Blitzer-App – Radarwarnung in der Grauzone

16. August 2012 App-Tipps

Radarwarnung via Smartphone – kein Problem mit Blitzer-Apps. Die Zuverlässigkeit solcher Alarmgeber ist zufriedenstellend. Doch die wichtigste Frage bleibt: Ist das legal? Die klare Antwort: Nein. Doch so einfach ist es auch wieder nicht. Ein kurzer Blick auf Fussangeln und Grauzonen.

Die einzige Sicherheit: Nicht zu schnell fahren.

Die einzige Sicherheit: Nicht zu schnell fahren.

Datenbank mit Lücken

Das System ist einfach: Der Autofahrer wird via GPS lokalisiert und eine Datenbank gibt Auskunft über feste Radarfallen. User können wiederum mobile Blitzer melden, was dann zeitnah die Datenbank aktualisiert.

Wird ein mobiler Blitzer jedoch nicht entdeckt oder gemeldet, ergeht auch keine Warnung. Die Zuverlässigkeit der Blitzer-Apps kann also rechnerisch nie bei 100% landen können.

Klares Verbot

Der Haken an der Sache: Lädt man eine dieser Apps auf das Smartphone, ist dieses vor Gericht gleichbedeutend mit einem speziellen Radarwarner – und diese sind in Deutschland gesetzlich verboten. Die Nutzung wird mit 75 Euro und vier Punkten in Flensburg bedacht.

Eingeschränkter Spielraum für die Polizei

Da die Polizei jedoch keine Handlungsermächtigung besitzt, den Inhalt von Smartphones zu kontrollieren, beschränkt sich die Kontrollgewalt auf die Nutzung des Telefons. Der zuständige § 23 StVO sieht hier vor, dass es grundsätzlich verboten ist, das Handy während der Fahrt in die Hand zu nehmen. Auch ein einfaches Antippen des Displays gilt bereits als Nutzung und kostet 40 Euro und einen Punkt.

Wird die App jedoch von einem Beifahrer genutzt, sieht es wieder ganz anders aus: Dieser darf das Smartphone nutzen, wie er möchte. Was man daraus für Schlüsse zieht, sei hingegen jedem selbst belassen.

 

Teaser- und Artikelbild: Kecko (flickr.com / Lizensbestimmungen)

 

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