Sicher online unterwegs. Wie verwische ich meinen digitalen Fußabdruck?

Den digitalen Fußabdruck verwischen

© Ruslan Ropat/Fotolia

Wann immer wir uns online bewegen, hinterlassen wir einen digitalen Fußabdruck. Anhand unseres Surfverhaltens im Internet lassen sich viele Informationen über uns gewinnen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich sicher online bewegen, ohne allzu viel über sich preiszugeben.

 

Risiken des digitalen Fußabdrucks

Jede Interaktion, die wir online durchführen, hinterlässt eine Spur. Das kann eine einfache Google-Suchanfrage sein, genauso aber das Erstellen eines Social Media-Profils oder einer eigenen Website. Viele dieser Informationen werden gesammelt – so genannte Datenkraken greifen mit ihren Armen erst einmal alles, was sie finden können. Die Unternehmen hinter den achtarmigen Sammlern können auf diese Weise jede Menge Daten anhäufen und zu Werbezwecken verkaufen. Insbesondere durch Social Media hinterlassen wir aber auch eine für jedermann auffindbare Fährte. Und diese Spur kann von politischen Statements über Urlaubs- und Partyfotos bis hin zur aktuellen Beziehungssituation führen.

Wir machen uns also ziemlich transparent, wenn wir uns online unvorsichtig verhalten. Das kann durchaus gravierende Folgen haben – mittlerweile wird etwa fast jeder Personalverantwortliche einen Bewerber bereits vor einem Vorstellungsgespräch erst einmal online durchchecken. Wer also ständig öffentlich Bilder vom letzten Mallorca-Partytrip präsentiert, darf sich nicht wundern, wenn das seine Jobchancen schmälert.

 

Vorsichtig mit Social Media umgehen

All diese Ausführungen sollen nun aber nicht dazu verleiten, sich gänzlich von Social Media abzukehren. Gerade in einer Zeit der häufigen beruflich bedingten Wohnortswechsel bieten Facebook und Co. wunderbare Möglichkeiten, mit Freunden und der Familie in Kontakt zu bleiben. Aber: Ein vorsichtiger Umgang ist geboten! Wir haben ein paar Tipps für Sie, die Ihnen helfen, Ihre Privatsphäre auf Facebook zu schützen.

Mark Zuckerbergs Social Media-Gigant bietet mittlerweile eine ganze Menge Privatsphäre-Einstellungen, mit deren Hilfe Sie unter anderem anpassen können, wer Ihre Posts sehen darf, wer Sie auf Bildern markieren kann und was alles auf Ihrem Profil erscheint. Außerdem soll ein so genannter Privatsphäre-Check die Nutzer regelmäßig dazu animieren, ihre entsprechenden Einstellungen zu überprüfen.

Auch bei der Registrierung können Sie schon darauf achten, Ihre Privatsphäre zu schützen, denn unabhängig von dem, was Sie die anderen Menschen auf Facebook sehen lassen, sammelt das Unternehmen selbst natürlich Daten über Ihre Person. Laut AGBs ist es zwar theoretisch nicht zulässig, ein Pseudonym bei der Anmeldung zu verwenden, Sie können sich aber zumindest eine Mail-Adresse zulegen, die Sie nicht anderweitig benutzen. Sind Sie erst einmal registriert, möchte Facebook Zugriff auch Ihre Postfächer – also zum Beispiel Ihre Mails oder auch Ihre Skype-Kontakte. Das müssen Sie nicht erlauben!

 

Das Wissen von Google einschränken

Vielleicht liegt es in der Natur einer Suchmaschine, dass selbige besonders neugierig ist – Google zumindest möchte möglichst viel über seine Benutzer wissen. Zum Glück für uns bekommt der Konzern allerdings seit Jahren diesbezüglichen Gegenwind. So muss Google mittlerweile einige wichtige Einstellungsmöglichkeiten für den Datenschutz ermöglichen, die Ihnen helfen, Ihren digitalen Fußabdruck zu verwischen. Gänzlich tilgen können Sie Ihre Spur aber nicht. Wenn Sie ein Google-Konto haben, können Sie etwa personenbezogene Werbung deaktivieren. Außerdem haben Sie die Option, Ihren Suchverlauf und die Liste der besuchten Orte zu löschen.

Datenkrake Google?

Datenkrake Google?

 

Ortungsdienste – ja oder nein?

Mittlerweile ist eine Funktion zur Standortbestimmung Teil jedes Smartphones oder Tablets. Wenn Sie online sind, kann Ihr Gerät also feststellen, wo es sich befindet und diese Information verschiedenen Apps oder Diensten zur Verfügung stellen. Was durchaus sinnvoll ist, wenn es etwa darum geht, das Handy als Navigationsgerät zu benutzen oder auch einen Notruf abzusetzen, eignet sich ebenso wunderbar, um Daten über den Benutzer zu sammeln. Es ist also vielleicht die falsche Entscheidung, die Ortungsdienste in Gänze zu deaktivieren. Vielmehr empfiehlt es sich, für jede App und jeden Dienst separat zu entscheiden, welche Rechte Sie gewähren wollen. Hierbei reicht es eigentlich vollkommen aus, nach dem sprichwörtlichen gesunden Menschenverstand zu entscheiden: Warum braucht genau diese App Zugriff auf meinen Standort? Bringt es mir einen Vorteil, es ihr zu erlauben?

 

Den digitalen Fußabdruck verwischen

Sie werden vermutlich nie Ihren gesamten digitalen Fußabdruck tilgen können. Selbst dann nicht, wenn Sie in Zukunft auf sämtliche Annehmlichkeiten des Internets verzichten wollen würden – und das wollen Sie ja sicherlich nicht! Wir alle sollten uns aber stets vor Augen führen, dass ein allzu unvorsichtiger Umgang mit unseren Daten dazu führen kann, uns online transparent, uns gar angreifbar zu machen.