Facebook, Instagram und Co. – Datenschutz und Social Media

Social Media und Datenschutz

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Soziale Netzwerke sind überall. Facebook, Instagram und Co. haben mittlerweile Millionen von Nutzern. Das ist auch verständlich, schließlich ist Social Media praktisch und macht noch dazu eine ganze Menge Spaß. Gerade Kinder und Jugendliche nutzen die Netzwerke, um sich auszutauschen, Freunden zu schreiben und das nächste Treffen zu organisieren. Auch der ein oder andere Lehrer ist auf den Zug aufgesprungen – so halten die neuen Medien Einzug in den Schulunterricht. Und das ist gut so! Allerdings nur, wenn die Nutzung nicht unreflektiert geschieht. Denn: Eine vernetzte Gesellschaft birgt auch Gefahren. Und die sind vielen, gerade jüngeren Nutzern oftmals gar nicht oder nur unzureichend bekannt. Wir haben uns deshalb einmal schlau gemacht!

 

Social Media – Was ist das eigentlich?

Nach einer gängigen Definition von Andreas M. Kaplan und Micheal Haenlein versteht man unter Social Media

eine Gruppe von Internetanwendungen, die auf den technologischen und ideologischen Grundlagen des Web 2.0 aufbauen und das Erstellen und den Austausch von User Generated Content ermöglichen.

So weit, so gut. Grundsätzlich beruhen unsere sozialen Netzwerke auf der Tatsache, dass wir die Inhalte des Internets nicht bloß konsumieren, sondern selbst aktiv welche bereitstellen. Letzten Endes bedeutet dies, dass wir das Internet anders wahrnehmen als noch vor einigen Jahren: Es ist nicht mehr bloß ein Ort, an dem wir recherchieren, an dem wir irgendwie geartete Informationen erlangen, sondern ein Raum, den wir aktiv mitgestalten – das Web 2.0.

Social Media ermöglicht uns nun einen guten Teil dieser Mitgestaltung. Ob soziale Netzwerke wie Facebook, Kollektivprojekte wie die Wikipedia oder gar eigene virtuelle Welten wie Second Life – die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Am häufigsten werden wir jedoch vermutlich in sozialen Netzwerken aktiv, deshalb wollen wir hier einmal einen genaueren Blick hinsichtlich eventueller Gefahren riskieren.

Ob jung, ob alt: Wir alle nutzen Social Media

Ob jung, ob alt – wir alle nutzen Social Media. © olly/Fotolia

 

Datenschutz in sozialen Netzwerken

Viele von uns nutzen Facebook, Google+, Instagram und einige weitere Plattformen ganz selbstverständlich. Dagegen spricht auch nichts. Problematisch kann es allerdings werden, wenn wir uns nicht bewusst sind, dass wir dort nicht nur Informationen erhalten, sondern auch welche preisgeben. Der Grundgedanke solcher Netzwerke ist eben der Datenaustausch; und zu dem werden die Benutzer meist mehr oder minder gezwungen.

Es spricht natürlich wenig dagegen, aktiv soziale Netzwerke zu nutzen – allerdings sollte unbedingt behutsam mit vertraulichen Informationen umgegangen werden. Dass ihre Adressdaten nichts auf Facebook zu suchen haben, ist vermutlich den meisten Benutzern klar. Viele wissen aber nicht, dass bereits der Post eines Strandbilds mit der Unterschrift „Bin im Urlaub und genieße die Sonne!“ in den falschen Händen fatale Folgen haben kann. Denn: Sie signalisieren damit, dass gerade niemand zuhause ist.

Hinzu kommt häufig die Frage, was der Betreiber des jeweiligen Netzwerks mit den Daten der Benutzer anstellt. Schließlich muss jeder, der Facebook oder Instagram nutzen will, dort einige Informationen über sich hinterlegen. Hier hilft ein Blick in die AGBs des Unternehmens – auch wenn der oft langwidrig und nervig sein kann.

 

Tipps zum Datenschutz in sozialen Netzwerken

  1. Achten Sie bei der Nutzung sozialer Netzwerke grundsätzlich auf ausreichenden Schutz des Endgeräts, zum Beispiel durch aktuelle Virenscanner.
  2. Nutzen Sie stets ein sicheres Passwort und verwenden Sie nie ein Passwort doppelt.
  3. Veröffentlichen Sie auf keinen Fall Ihre Adresse oder Ihre Bankdaten in sozialen Netzwerken. Auch mit Informationen bezüglich Ihres Alters oder auch Ihres Arbeitgebers sollten sie behutsam umgehen. Es ist durchaus legitim, wenn Sie nicht Ihren vollen Namen in sozialen Medien nutzen. Sie können sich auch eine weitere E-Mail-Adresse anlegen, um Ihre Profile zu verwalten.
  4. Seien Sie vorsichtig bei der Kontaktaufnahme mit Personen, die Sie nicht aus dem realen Leben kennen – bei ausschließlichen Internetbekanntschaften kann es sich um Betrüger handeln.
  5. Nehmen Sie sich Zeit für die Privatsphäre-Einstellungen Ihres Profils.
  6. Beachten Sie immer: Der Personenkreis, der Ihre veröffentlichten Informationen sehen kann, ist nicht statisch! Weitere Benutzer können sie ebenfalls bekommen – zum Beispiel wenn Bekannte sie weiterverbreiten.

 

Die Daten Dritter – Persönlichkeits- und Urheberschutz in sozialen Netzwerken

Social Media birgt Gefahren – nicht nur für uns. Bei allen Überlegungen zum Schutz unserer persönlichen Daten darf nicht vergessen werden, dass die von uns bereitgestellten Informationen eventuell auch Dritte betreffen – das Foto vom letzten Ausflug mit Freunden zeigt ja vermutlich nicht nur uns selbst.

Grundsätzlich gilt hier das Recht am eigenen Bild. Der Abgebildete darf demnach der Veröffentlichung eines entsprechenden Fotos widersprechen. Veröffentlichen Sie den Inhalt dennoch, machen Sie sich strafbar – das ist vielen Nutzern nicht bewusst. Eine Ausnahme bilden hier die so genannten „Personen der Zeitgeschichte“, also Menschen, die in einem deutlich erkennbaren öffentlichen Interesse stehen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Ein Recht auf Privatsphäre genießt selbstverständlich auch diese Personengruppe.

Auch Fotos, Texte oder sonstige Inhalte, die im Netz zu finden sind, dürfen nicht ohne Weiteres verbreitet werden. Oft genügt die Angabe des korrekten Urhebers, in vielen Fällen bedarf die Bereitstellung des jeweiligen Inhalts aber der expliziten Zustimmung desjenigen, der ihn ursprünglich verfasst hat. Besonders im Kontext der Verwendung von Bildern auf Blogs kam es in den letzten Jahren immer wieder zu unschönen Abmahnungen wegen Verstößen gegen das Urheberschutzgesetz.

 

Tipps zum Umgang mit persönlichen und Urheberrechten im Internet

  1. Das heimliche Aufnehmen von Dritten ist grundsätzlich verboten, eine Verbreitung derartigen Materials im Internet ist eine Straftat.
  2. Achten Sie darauf, welche Freigaben der Rechteinhaber bezüglich einer weiteren Verbreitung seiner Inhalte erteilt hat. Besonders gut können Sie dies übrigens bei Inhalten unter einer so genannten Creative Commons-Lizenz.
  3. Kopieren Sie nicht einfach die Inhalte fremder Websites, verlinken Sie sie lieber. Aber auch hier gilt: Im Zweifel lieber den Betreiber um (schriftliche) Erlaubnis fragen!
  4. Laden und Streamen Sie Musik und Filme ausschließlich über legale Portale.
  5. Sollten Sie selbst einmal von der unerlaubten Weitergabe Ihrer persönlichen Daten betroffen sein: Machen Sie zunächst den Verantwortlichen darauf aufmerksam und setzen Sie eine Frist, bis wann er seinen Beitrag zu löschen hat. Andernfalls beantragen Sie die Löschung der Daten beim Betreiber der jeweiligen Website oder des Netzwerks. Wichtig: Sichern Sie alle entsprechenden Inhalte durch Sreenshots! Sollte keiner dieser Schritte helfen, wenden Sie sich an die Polizei.