„Dieser Artikel wird Ihnen den Atem rauben!“ Wie Clickbaiting funktioniert

Clickbaiting

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Clickbaiting ist ein negativ behafteter Begriff, der in der Medienethik derzeit in aller Munde ist. Und tatsächlich ist das Prinzip hinter den so genannten Clickbaits, also den „Klickködern“, oftmals ein ziemlich fieses. Letzten Endes geht es um nichts anderes, als mit möglichst reißerischen Überschriften viele Leser dazu zu bringen, einen Artikel zu öffnen, also einen Klick zu generieren.

 

„Dieser Artikel wird Ihnen den Atem rauben!“

Ein Clickbait besteht also zunächst einmal aus einer plakativen, die Neugier weckenden Überschrift – zum Beispiel der, die wir hier gewählt haben. So etwas nennt sich curiosity gap, also in etwa „Neugierlücke“. Dem Leser soll sofort ins Auge springen, dass der hinter dem Titel liegende Inhalt sein Leben nachhaltig verändern wird. Zum Beispiel, indem er eine Frage beantwortet, die ihm schon seit Jahren auf der Seele brennt. Klickt der Nutzer dann auf den Artikel, folgt in den meisten Fällen die Ernüchterung. Denn kaum ein solcher Text hält, was die Überschrift versprochen hat. Das Perfide ist nun aber, dass er das auch gar nicht muss. Es reicht völlig, wenn jemand den entsprechenden Inhalt aufgerufen hat.

 

Klicks, wir brauchen Klicks!

Je öfter ein Artikel angeklickt wird, desto mehr Geld lässt sich damit verdienen, zum Beispiel durch so generierte Werbeeinnahmen. Es kommt also vor allem darauf an, möglichst viele Leute auf die entsprechende Seite zu locken, der Inhalt des Textes ist dabei zweitrangig.

Clickbaiting steht deshalb bei seriösen Journalisten in der Kritik, da es eben nur darauf abzielt, eine hohe Klickzahl zu erreichen. Eine Form, möglichst schnell einen recht belanglosen Text zusammenzuschustern, sind oftmals so genannte Listicles. Hierunter versteht der Journalist eine Aufzählung, die Präsentation von Informationen in Form einer Liste. Das ist erst einmal nicht schlecht, sondern einfach nur eine bestimmte Art der Darstellung. Leider lassen sich Listicles nun aber besonders gut für Artikel nutzen, die allein auf Clickbaiting abzielen. Es werden einfach immer dieselben Inhalte in neuer Form aneinandergereiht. Ein Beispiel: Aus den „10 Dingen, die Man(n) unbedingt zu Weihnachten braucht“ lässt sich leicht ein vermeintlich neuer Text mit dem Titel „Die 10 besten Geschenkideen für IHN zum Fest der Liebe“ kreieren.

 

Clickbaiting – ein umstrittenes Konzept

Clickbaiting ist also umstritten. So ist es etwa ein viel diskutierter Punkt, ob das Phänomen eine neue Masche sei, um Werbeeinnahmen zu generieren, oder ob Clickbaiting einfach als eine Reaktion auf die Nachfrage von Seiten der Leser zu verstehen ist. Das Online-Magazin Quotenmeter etwa schrieb, dass man nur auf den Wunsch der Nutzer einginge, Informationen kurz und knapp zu halten. Darüber hinaus hätten einige Texte schlicht keinen Anspruch auf inhaltliche Tiefe, sondern dienten allein der Unterhaltung.

So oder so: Wenn Sie auf einen Artikel mit einem Titel wie dem unseren stoßen, wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen das Luftholen beim Lesen nicht wirklich schwer fällt.