Der digitale Roman: eBooks und wie man sie lesen kann

eBook - Was ist das eigentlich?

Bücher sind toll, mit ihnen kann man sich wunderbar die Zeit vertreiben. Egal ob Roman, Sachbuch oder Lyrikband: Wer viel liest, bildet sich weiter und hat im Idealfall auch noch Spaß dabei. Nicht umsonst soll man schließlich die eigenen Kinder für das geschriebene Wort begeistern. Bücher haben allerdings auch Nachteile. Sie sind zum Beispiel nicht besonders platzsparend. Und schwer noch dazu. Wer im Sommer seinen Urlaub gern mit einem guten Buch am Strand verbringt, hat bei der Anreise meist wenig zu lachen: Eine Tasche voller Bücher wird auf jeder Bahn- oder gar Flugreise zum Frustfaktor. Abhilfe versprechen hier eBooks.

 

Digitale Bücher

Der Begriff eBook steht für electronic book, also – etwas frei übersetzt – Digitalbuch. Diese Bezeichnung meint demnach nichts anderes als Bücher in einer digitalen Form, welche entweder mit speziellen Lesegeräten, den eBook-Readern, dem Tablet oder über Computerprogramme gelesen werden können. Was nun vielleicht etwas kompliziert klingen mag, ist eigentlich ganz simpel: Wer das richtige Wiedergabegerät besitzt, kann ein eBook wie ein herkömmliches Buch lesen. Ein eBook-Reader ist vielleicht am ehesten mit einer digitalen Bibliothek vergleichbar: Er enthält alle eBooks seines Besitzer, der sie wann immer er möchte direkt am Gerät öffnen und lesen kann.

Am bekanntesten auf dem Markt ist momentan sicherlich Amazons Kindle-Serie. Alle Geräte der Reihe sehen im Prinzip aus wie kleine Tablets; sie bestehen aus nicht viel mehr als einem Bildschirm. Alle eBooks, die ein Benutzer besitzt, werden auf dem Kindle gespeichert und können per Touchfunktion ausgewählt werden. Öffnet der Leser so ein eBook, erscheint auf dem Bildschirm der entsprechende Text. Der Clou: Die Größe der Buchstaben kann dem eigenen Lesegeschmack angepasst werden.

 

Auf das Format kommt es an

Ganz so einfach wie hier beschrieben, ist die Sache mit den eBooks nun allerdings leider nicht. Denn: Nicht jedes eBook kann mit jedem Lesegerät geöffnet werden. Grundsätzlich existieren jede Menge verschiedene Dateiformate, in denen ein digitales Buch abgespeichert werden kann. Die bekanntesten sind hier EPUB, MOBI und AZW. Eigentlich machen all diese Formate so ziemlich dasselbe; sie wandeln einen Text in eine neue Gestalt um. Das heißt, eine Textdatei wird so bearbeitet, dass man über das Inhaltsverzeichnis direkt zu einzelnen Kapiteln springen kann und sich die Größe der dargestellten Buchstaben anpassen lässt.

Manche Hersteller bringen für ihre Lesegeräte nun aber ein hauseigenes Dateiformat mit. So lassen sich eBooks im AZW-Format etwa nur auf Amazon-Geräten öffnen. Man muss allerdings nicht unbedingt einen Kindle kaufen, um solche Bücher lesen zu können: Amazon bietet seinen Kunden auch eine kostenfreie Software an, um AZW-Texte darzustellen. Viele eBooks werden aber in dem plattformunabhängigen EPUB-Format angeboten – und das wird von Amazons Geräten explizit nicht unterstützt. Andersherum lassen sich wiederum AZW-Bücher nicht auf einem Tolino, dem eBook-Reader des deutschen Buchhandels, lesen. Verkompliziert wird die Situation dadurch, dass auch Tablets als Lesegerät dienen können – wer nun ein iPad besitzt, kann mit diesem zwar problemlos EPUPs öffnen, für AZW- oder MOBI-Dateien muss aber erst die Amazon Kindle-App heruntergeladen werden.

 

eBook-Reader vs. Tablet

Grundsätzlich können eBooks also auf eigens dafür angefertigten Lesegeräten, wie dem Kindle oder dem Tolino, auf dem Tablet bzw. Smartphone oder auf dem Computer dargestellt werden. Gehen wir davon aus, dass letztgenannte Option ausscheidet, weil wir gern im Urlaub lesen möchten, müssten wir uns entscheiden: Lesen wir unsere digitalen Bücher auf dem Tablet oder kaufen wir uns einen eBook-Reader?

Für das Tablet spricht erst einmal seine Vielseitigkeit. Wir können im Internet surfen, Spiele spielen, Mails schreiben, kurzum: jede Menge Dinge tun. Mit dem Reader dagegen können wir nur eBooks lesen. Und das noch dazu nur in schwarz-weiß. Das Tablet hingegen verleiht zumindest den Covern der Bücher deutlich mehr Pracht.

Wenn es dann aber wirklich ans Lesen geht, offenbart sich ein großer Vorteil der eBook-Reader. Denn: Die Geräte nutzen so genannte E-Ink-Displays. Derartige Bildschirme simulieren richtiges Papier, die Darstellung ist weniger grell. Der Hintergrund ist matt und passt sich den umgebenden Lichtquellen an. Das kommt den Augen entgegen: Unsere Pupillen vergrößern sich in der Dunkelheit und ziehen sich zusammen, je heller es wird. Das grelle Leuchten eines TFT- oder OLED-Displays, wie sie in Tablets und Smartphones verbaut werden, ermüdet gerade in dunkler Umgebung die Augen sehr schnell. Ein weiterer Pluspunkt der Lesegeräte sind ihr geringer Akkuverbrauch und das meist federleichte Gewicht – der ausdauernde Buchfreund wird nach ein paar Stunden Lesespaß sehr dankbar sein.

Wer sich also im nächsten Urlaub eine schwere Tasche voller Bücher ersparen will, sollte vielleicht einen genaueren Blick auf die gängigen eBook-Reader oder Tablets riskieren.