Der kostenlose Lesespaß: Gratis-eBooks und wo man sie bekommen kann

Quellen für Gratis-eBooks

Nachdem wir uns im letzten Beitrag damit auseinandergesetzt haben, was genau eigentlich ein eBook ist, wollen wir nun einen Blick auf einen großen Vorteil der digitalen Bücher werfen: die Verfügbarkeit von Gratis-eBooks.

 

Mit Gratis-eBooks zum Autorenvertrag

Ganz allgemein haben eBooks einen großen Vorteil gegenüber herkömmlichen Büchern: Sie sind sehr viel kostengünstiger herzustellen. Wenn ein Verlag einen Roman herausbringt, geht er ein finanzielles Risiko ein, denn das Buch will lektoriert, gesetzt, gedruckt und vermarktet werden. Für eine eBook-Veröffentlichung fällt der Schritt des Druckens weg – und das ist zumeist der kostenintensivste des gesamten Herstellungsprozesses. Gerade junge Autorinnen und Autoren, die noch bei keinem etablierten Verlag untergekommen sind, nutzen dies aus und bieten kurze Geschichten aus ihrer Feder kostenlos an. Anstatt also einen (zumeist recht teuren) Druckdienstleister zu bemühen, stellen sie ihr schriftstellerisches Können einfach gratis jedem Leser zur Verfügung – und hoffen so natürlich, genügend auf sich aufmerksam zu machen, um an einen lukrativen Autorenvertrag bei einem Publikumsverlag zu kommen. Übrigens: Auch die Werke bereits etablierter Schriftsteller werden des Öfteren für einen gewissen Zeitraum gratis angeboten – etwa um auf eine Neuerscheinung aufmerksam zu machen.

 

Entlassen in die Gemeinfreiheit

Neben derartigen Marketing-Maßnahmen stehen so genannte gemeinfreie Bücher. In Deutschland gilt nämlich: Ist der letzte Mitwirkende eines Buchs, also in der Regel der Autor oder der Übersetzer, seit mehr als 70 Jahren verstorben, wird sein Werk in die Gemeinfreiheit entlassen. Das heißt, das entsprechende Buch kann theoretisch von jedermann kostenlos zum Download bereitgestellt werden, ohne dass bestehende Rechte verletzt würden. Aber Vorsicht: Diese Form der Gemeinfreiheit gilt für Deutschland, andere Länder haben teils andere Regelungen getroffen. So ist die deutsche Gesetzeslage der US-amerikanischen Public Domain zwar ähnlich, aber keinesfalls mit ihr identisch. Im weitesten Sinne unter die Gemeinfreiheit fallen so genannte Creative Commons-Lizenzen. Hierunter können Urheber ihr geistiges Eigentum für jedermann zugänglich machen – allerdings sind bestimmte Regelungen zu beachten. Für viele Creative Commons-Lizenzen gilt etwa der Grundsatz einer Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Das heißt, das entsprechende Werk darf unter anderem nicht kommerziell verwendet werden.

 

Wie komme ich an Gratis-eBooks?

Ob nun gemeinfrei oder zu Marketing-Zwecken, kostenfreie eBooks sind eine tolle Gelegenheit, neue Autoren kennenzulernen und alte wiederzuentdecken. Wie aber kommt man an die Angebote? Wir haben ein paar der Bezugsquellen unter die Lupe genommen

 

Amazon

Wer einen Kindle besitzt, kommt in den Genuss einer riesigen Auswahl an kostenfreien eBooks auf Amazon.de. Daneben lohnt aber auch immer ein Blick auf die aktuellen Bestseller. Denn hier kann gezielt nach kostenfreien Angeboten gefiltert werden.

Quellen für Gratis-eBooks

Amazon bietet eine riesige Auswahl an Gratis-eBooks. Quelle: Screenshot

 

Zulu

Im Vergleich zum Riesen Amazon geradezu winzig aus nimmt sich das Portal Zulu. Hier findet der interessierte Leser einige hundert kostenfreie eBooks – und das ohne Registrierung. Das Angebot ist zwar momentan noch nicht sonderlich groß, einen Blick wert ist die Website aber allemal.

 

Hugendubel & Thalia

Die beiden großen deutschen Buchhändler bieten in ihren Online-Shops für registrierte Kunden eine recht große Auswahl an Gratis-eBooks. Besitzer eines Kindles können die hier angebotenen Bücher allerdings nicht auf ihrem Gerät öffnen.

 

Project Gutenberg

Das bereits seit 1971 bestehende Project Gutenberg hat es sich zum Ziel gesetzt, Klassiker der Weltliteratur kostenfrei zugänglich zu machen. Das Angebot umfasst eine riesige Bandbreite, etwa 57.000 eBooks stehen zur Verfügung. Deutsche Leser können allerdings momentan nicht auf die Plattform zugreifen. Grund dafür ist die Klage einer deutschen Anwaltskanzlei. Project Gutenberg habe – so der Vorwurf – Texte öffentlich zugänglich gemacht, die nach deutschem Recht noch nicht der Gemeinfreiheit unterlagen. Da der Klage inzwischen stattgegeben wurde, ist der Zugang von einer deutschen Internetadresse aus derzeit nicht möglich.

Quellen für Gratis-eBooks

Ein Zugriff auf Project Gutenberg ist von Deutschland aus derzeit nicht möglich. Quelle: Screenshot

 

Für Vielleser stehen neben Gratis-Angeboten und ganz normalen Käufen noch eBook-Abos zur Verfügung. Im nächsten Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf einige der gängigen Anbieter.