Reisezeit 3: Die Organisation in Neuseeland

Auf nach Neuseeland!

Unsere Media Store-Autorin Ronja Kassebaum reist mit einer Freundin für ein halbes Jahr kreuz und quer durch Neuseeland. Im Gepäck: Tablet und Smartphone. In unserer Artikelreihe „Reisezeit“ berichtet sie von ihren Erfahrungen. Ob in der Stadt, im Gebirge oder am Meer – Ronja hat Reisetipps, App-Empfehlungen und die wichtigsten Dos und Don’ts für uns.

Endlich haben wir es am 05.10.2018 bis nach Neuseeland geschafft! Wir sind einmal bis zum Ende der Welt geflogen und befinden uns in einer neuen Zeitzone, die elf Stunden im Voraus zu Deutschland liegt. Auch klimatisch war es erst einmal ein Schock für den Körper. Singapur kühlte sich den ganzen Tag lang nicht ab und hatte durchschnittliche 27 Grad. Christchurch dagegen zeigte sich von der kalten und windigen Seite. Wie ich schon im ersten Artikel erwähnt habe, waren unsere Planungen eher überschaubar. Wahrscheinlich hat sich aus diesem Grund dann auch Freitagabend langsam aber sicher die Panik bei uns ausgebreitet. Wir hatten keinen wirklichen Plan und waren für einen Moment hilflos, mit welchem Thema wir anfangen sollten.

Die Stadt Christchurch war auf den ersten Blick weder wirklich schön, noch architektonisch strukturiert. Noch ein Grund mehr, alles schnellstmöglich zu regeln. Was zu besagtem „alles“ gehört, werde ich im Verlauf des Artikels erklären. Zum Glück gibt es das Smartphone, das uns eine Menge Zeit gespart hat!

 

Unter Zeitdruck einen Camper Van suchen

Der erste Schritt war der Kauf eines Camper Vans, in dem wir uns beide wohlfühlen. Bereits vor der Reise nach Neuseeland sind wir auf Facebook zahlreichen Gruppen beigetreten. Diese nennen sich zum Beispiel „NEUSEELAND – Work and Travel – Backpacker“. Es gibt auch spezielle Gruppe zum Kauf und Verkauf von Autos, in denen wir uns nun umgeschaut haben. Gefiel mir ein Auto, habe ich die jeweilige Person kontaktiert und konnte in allen Fällen für den nächsten Tag, einem Samstag, ein Treffen ausmachen.

Insgesamt haben wir uns mit fünf potenziellen Verkäufern getroffen. Zum Glück waren wir uns bei der Entscheidung einig und konnten somit den deutschen Verkäufern mitteilen, dass wir das Auto kaufen möchten. Diese haben übrigens letztes Jahr ihr Abitur geschrieben und entsprechend den selben Weg eingeschlagen wie wir. Die ganzen Portale, die den Autokauf im Ausland beschreiben, warnen vor potenziellen Schrottkarren. Auch für uns war es schwer, da wir absolut keine Ahnung von Autos haben. Deswegen haben wir uns, rückblickend etwas leichtsinnig, auf unser Gefühl verlassen. Die Vorbesitzer waren sehr freundlich und haben sich sogar auf eine Verhandlung mit uns eingelassen. Unser Bauchgefühl zumindest hat uns bis jetzt nicht getrogen, hoffentlich bleibt das auch so! Direkt nach dem Kauf haben wir den Geldaustausch, die Ummeldung des Autos bei der Post und die Übergabe des gerade erneuerten WOFs, was dem deutschen TÜV gleicht, abgewickelt. Nach ein paar Komplikationen bei der Bank konnten wir dann Mittwoch mit unserem eigenen Van losfahren. Es ist ein wahres Prachtexemplar geworden und trägt, dank unserer Bekanntschaften aus Singapur, den Namen der Terminator. Für alle, die es ein wenig genauer haben wollen: Es handelt sich um einen Mitsubishi L300.

"Der Terminator": unser Gefährt in Neuseeland

„Der Terminator“ von seiner Schokoladenseite. Foto: Ronja Kassebaum

Unterwegs in Neuseeland

Foto: Ronja Kassebaum

 

Einen Handyvertrag abschließen

Von anderen Backpackern, die ebenfalls in unserem Hostel wohnten, haben wir erfahren, dass der Mobilfunkanbieter Skinny gut sein soll. Also haben wir uns ein wenig informiert und herausgefunden, dass es sich dabei um ein Prepaid Konto handelt. Es wird also zuerst Guthaben aufgeladen, und danach kann ein entsprechender Tarif gewählt werden. Das Gute an Skinny ist, dass in den meisten Supermärkten das gewünschte Guthaben an der Kasse gekauft werden kann, was uns schlussendlich auch überzeugt hat. Ganz oft habe ich auf Websites gelesen, dass das Netz in Neuseeland nicht sonderlich gut ausgebaut ist. Teilweise stimmt das. Wir hatten allerdings bisher selten kein Netz. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Anbieter. Ein guter Zusatzpunkt stellt das sogenannte „Data Binge“ dar. Dort kann der Nutzer von 10 Minuten bis 12 Stunden unbegrenztes Internet kaufen. Als hilfreich erwies sich das besonders, wenn wir unterwegs waren und etwas recherchieren wollten, oder den Weg nicht mehr wussten. Damit ihr euch eine Vorstellung von den Preisen machen könnt, habe ich mal einen Screenshot aus der Skinny-App gemacht:

Unterwegs in Neuseeland

Die Skinny-App. Quelle: Screenshot.

 

Ein Bankkonto eröffnen und eine Steuernummer beantragen

Da wir vorhaben, in Neuseeland zu arbeiten, ist ein entsprechendes neuseeländisches Bankkonto erforderlich. Wir haben uns für die Kiwibank entschieden und konnten dort online unser kostenloses Konto eröffnen. Für uns ist es notwendig, dass wir die Funktion des Online-Bankings immer und überall nutzen können. Wir sind sehr oft an anderen Standorten und steuern somit alles über unser Endgerät. Wie auch deutsche Banken, bietet die Kiwi Bank eine App an, die das Online-Banking ermöglicht.

Anschließend brauchten wir noch unsere Steuernummer, die wir durch das Ausfüllen eines Formulars bei der Post beantragen konnten. Da wir keine richtige Adresse besitzen, konnten wir die Steuernummer auch elektronisch erhalten, in Form einer E-Mail oder per SMS. Wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt, wird in  Neuseeland das meiste über das Postamt geregelt.

Dank der einfachen Abläufe hier, ist es uns schnell gelungen, Christchurch zu verlassen und uns weiter Richtung Süden zu begeben. Alle Informationen und Abläufe steuere ich über mein Smartphone und bin dadurch jederzeit mobil. Für die Organisation haben Seiten wie diese hier sehr geholfen, da sie schrittweise erklären, was vor Ort zu tun und zu beachten ist. Eine weitere große Hilfe waren die freundlichen Neuseeländer bei der Post und der Bank.

Wir befinden uns aktuell auf dem Weg nach Cromwell, da wir dort einen Job in einem Weingarten gefunden haben. Wie es dort so läuft, lest ihr demnächst hier!