Den Computer verstehen: Manuela Lenzen liefert Erklärungen zum Thema Künstliche Intelligenz

Manuela Lenzen: Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist omnipräsent in der medialen Berichterstattung unserer Tage. KI hier, KI dort, KI allerorten. Nur: Was sich konkret hinter dem Konzept verbirgt, das wissen wenige. Viele haben eine Meinung, die einen fürchten die Herrschaft der Maschinen, andere wiederum freuen sich auf einen bequemen Alltag voller Roboter-Butler. Die Philosophin Manuela Lenzen hat sich nun daran gemacht, allzu blauäugige Sichtweisen aus der Welt zu schaffen. In ihrem Buch „Künstliche Intelligenz. Was sie kann & was uns erwartet“ will die Autorin aufklären, uns alle lehren, was sich hinter selbstlernenden Computern verbirgt – und was für Entwicklungen wir künftig auf jenem Gebiet zu erwarten haben.

 

Fürchtet euch nicht!

So könnte man vielleicht die Botschaft Lenzens zusammenfassen. Die Philosophin will uns die Ängste vor der Zukunft nehmen, gleichzeitig ermahnt sie aber und fordert einen umsichtigen Einsatz neuer Technologien. Genau in diesem Vorgehen liegt im Übrigen die große Stärke des Buches: Hier wird ein nüchterner Blick auf ein Thema geworfen, das häufig genug zu polarisieren weiß.

 

Ein Statusbericht

Lenzen beginnt mit einer Art Statusbericht, sie erklärt, was momentan überhaupt möglich ist. Was kann Künstliche Intelligenz leisten? Einen Schwerpunkt legt das Buch dabei auf die Frage, wie eine KI überhaupt entsteht. Hierfür gibt es tatsächlich mehrere Wege. Einige Forscher lassen ihre Maschinen eine Art Computer-Kindheit erleben; sie sehen also eine Form von Lernphasen vor. Andere dagegen speisen große Mengen Informationen auf einen Schlag ein. Das Ziel ist stets: Die Maschine soll befähigt werden, selbstständig zu lernen, sich also selbst neues Wissen anzueignen, Informationen zu verarbeiten und zu bereits bekanntem in Beziehung zu setzen.

Manuela Lenzen: Künstliche Intelligenz

Maschinenlernen

Lenzen kommt zu dem Schluss, dass derartige Prozesse fehleranfällig seien – unter anderem, weil das eingespeiste Wissen teils aus veralteten Daten bestünde. Insbesondere aber seien Maschinen uns weiterhin kognitiv unterlegen, weil ihre Lernprozesse, ja ihre ganzen Anlagen sie zu Spezialisten machen. Ein Computer mag ein formidabler Assistent für einen Mediziner werden, indem er hunderttausende von Datensätzen auswertet und sich damit ein profundes Wissen über Knochenbrüche aneignet. Er wird aber nie gleichzeitig ein grandioser Koch sein. Ein menschlicher Arzt dagegen könnte beides verkörpern – den Chirurgen und den Hobby-Koch.

Dennoch: Die Vorteile einer KI liegen auf der Hand. Während der Computer Datensätze auswertet, könnte sich der Arzt der menschlichen Seite seines Berufs widmen und den direkten Kontakt zum Patienten suchen, ihm etwa die Ängste nehmen.

 

Manuela Lenzen und die Künstliche Intelligenz

Letztlich wirft Manuela Lenzen einen ruhigen, aufgeklärten Blick auf ein heißdisktuiertes Themenfeld. Es sei in den letzten Jahren nicht zu einer Katastrophe, nicht zu einer Revolte der Maschinen gekommen und ein solches Ereignis sei auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, so die Autorin. Wenngleich dieser Schluss den an der Thematik Interessierten nicht wirklich überraschen sollte, so leistet Lenzen doch einen sehr lesenswerten Beitrag, um ein oftmals nicht wirklich verstandenes Phänomen zu durchdringen.

 

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