Reisezeit 5: Queenstown und die ersten Erfahrungen auf dem Weinberg

Ein Tag in Queenstown!

Unsere Media Store-Autorin Ronja Kassebaum reist mit einer Freundin für ein halbes Jahr kreuz und quer durch Neuseeland. Im Gepäck: Tablet und Smartphone. In unserer Artikelreihe „Reisezeit“ berichtet sie von ihren Erfahrungen. Ob in der Stadt, im Gebirge oder am Meer – Ronja hat Reisetipps, App-Empfehlungen und die wichtigsten Dos und Don’ts für uns.

Ganze fünf Tage auf dem Weingut Prophet Rock sind geschafft – geschafft, genauso wie wir nach dem fünften Mal früh Aufstehen und dem Erklimmen der endlosen Weinberge. Trotzdem kann ich stolz berichten, dass wir uns pro Tag über 130 neuseeländische Dollar erarbeiten.

 

Der Arbeitsalltag

Die erste Woche ähnelte einer Kennenlern-Woche, wie man sie aus der Schulzeit kennt. Man trifft neue Leute und tauscht Informationen aus seinem Leben aus. Wir sind insgesamt 15 Arbeiter, davon sechs aus Deutschland. Durchschnittlich sind unsere Arbeitskollegen älter als wir, womit ich nicht gerechnet hätte. Sie haben meistens ihr Studium beendet und nehmen sich jetzt ein Jahr Pause. Andere sind schon seit einem Jahr unterwegs, waren zuerst in einem anderen Land und sind jetzt zum Arbeiten in Neuseeland. Viele haben also schon einiges erlebt und es gab untereinander viel zu erzählen.

Die erste Woche haben wir auf dem Rocky Point gearbeitet, einem der drei Weinberge, die zu Prophet Rock gehören. Ich meine, es sind insgesamt fünf Weinfelder auf dem Rocky Point, die sich an den Hügeln entlang ziehen.

Unsere Hauptaufgabe bestand daraus, Drähte von einer Höhe auf eine andere zu versetzen. Klingt nicht sehr spannend – und war es auch nicht. Nach drei Tagen wurde es tatsächlich ziemlich langweilig. Trotzdem muss man unserem Arbeitgeber Regan lassen, dass er diese eintönige Arbeit so angenehm wie möglich für uns gestaltet hat. Auch positiv war, dass wir nicht die kompletten Wege laufen mussten, da wir mit den Arbeitsvan zum entsprechenden Weinfeld gefahren sind. Ein Highlight dieser Woche war der junge Hund des Nachbarweinguts, der seine Zeit am liebsten bei uns verbrachte. Er leistete uns Gesellschaft und war eine tolle Ablenkung, um ab und an eine kleine Pause zu machen.

Ausblick vom Weinberg.

Ausblick vom Weinberg. Foto: Ronja Kassebaum, © MADSACK Media Store

Und das war dann auch schon unser Alltag für die nächsten 5 Tage. Um acht Uhr morgens beginnt die Arbeit und um 16:15 geht es im Arbeitsvan wieder nach Cromwell. Anscheinend ist unsers das einzige Weingut in Bendigo (der Ort, wo die Weinberge liegen), das den Arbeitern einen Abholdienst anbieten. Nach der Schicht geht es zumindest für uns bequem zum Freedom Camp, wo die anderen Arbeiter schlafen.

Uns wurde schon beim „Bewerbungsgespräch“ gesagt, dass es freitags ein Bier gibt. Und tatsächlich gab es an diesem Freitag ein Bier, das wir in der warmen Nachmittagssonne getrunken haben.

 

Ein Tag in Queenstown

Zum Glück hatten wir das Wochenende frei und konnten die Gegend um Central Otago erkunden. Wir entschieden uns für die sogenannte „Adrenalinstadt“ Queenstown. Von Cromwell sind es nur circa 50 Kilometer, und so waren wir früh dort und konnten noch einen kostenlosen Parkplatz ergattern. Denn: Im Vergleich zu anderen Orten, sind in Queenstown Massen an Touristen unterwegs.

Da wir ein begrenztes Budget haben, entschieden wir uns dafür, den Queenstown Hill zu Fuß hochzulaufen. Der sogenannte Tiki Track ist sehr steil und kostet zwar kein Geld, dafür einige Anstrengung. Als wir oben ankamen, wurden wir für die Strapazen mit einem spektakulären Ausblick belohnt. Die Stadt lag zu unseren Füßen, die Bergketten erstreckten sich soweit unsere Augen schauen konnten und der Lake Wakatipu strahlte in schönstem Blau. Wir genossen den Ausblick, anschließend ging es wieder den Berg hinunter. Allerdings haben wir den Zugang zum Tiki Trail nicht mehr gefunden und sind auf einer Mountainbike-Straße gelandet.

Anschließend besuchten wir das Stadtzentrum. Es war ein Samstag und der Street Market war geöffnet. Einheimische verkaufen hier ihre selbst hergestellten Waren, Fotografien oder anderen Produkte. Nebenbei wurde auf einer Graswiese ein kleines Open Air-Konzert gegeben.

Auf dem Rückweg stoppten wir kurz bei der berühmten Bungee Jumping-Brücke, die etwas außerhalb von Queenstown liegt. Die Kawarau-Brücke gilt als eines der Highlights von Queenstown – und auch während unseres Besuchs wagten einige den Sprung aus 43 Metern Höhe.

Bungee Jumping bei Queenstown.

Bungee Jumping bei Queenstown. Foto: Ronja Kassebaum, © MADSACK Media Store

 

Mein Fazit

Ich bin absolut froh, dass wir einen richtigen Wohnraum haben. Zum Einen macht es die Arbeit erträglicher, aber vor allem lernen wir durch unsere Vermieter so viel über Neuseeland. Die Atmosphäre bei ihnen ist gemütlich und belebt durch ihren Hund Winny, den Kater Louis und die Fische.

Zu Queenstown lässt sich sagen: eine sehr schöne Stadt, die leider vom Tourismus überflutet wird. Der Adrenalinfaktor ist deutlich spürbar – wenn man denn das Geld dafür ausgeben möchte. Die Angebote sind breitgefächert: Ski fahren, Bungee Jumping, Wild Water Rafting, Speedboat und vieles mehr. Nächste Woche arbeiten wir erst einmal weiter – am Wochenende aber geht es nach Saint Bathans; ein Ort, an dem unser Tank plötzlich verdächtig leer wurde …

 

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