Das Geschäftsmodell von Facebook: Mark Zuckerberg äußert sich zum Vertrauensverlust

Mark Zuckerberg äußert sich zum Image-Problem von Facebook.

In den letzten Monaten geriet Facebook immer wieder in die Kritik. Ob nun Datenmissbrauch, Fake-News oder radikale Postings, die viral gehen: das Portal hat mittlerweile ein nicht zu leugnendes Imageproblem. Viele verlassen Facebook, für die jüngere Generation ist es teils von vornherein uninteressant, sich dort überhaupt noch ein Profil zuzulegen.

 

Es geht um die Menschen

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich nun öffentlich geäußert und einen Gastbeitrag verfasst, der in verschiedenen Medien weltweit erschienen ist. In Deutschland veröffentlichte Zeit Online das Statement des Unternehmers. Es sei ihm seit jeher um die Menschen gegangen, schreibt Zuckerberg. Facebook solle entsprechend allen eine Stimme verleihen, jede und jeder müsse sich im Internet Gehör verschaffen können.

So weit, so gut. Wie verhält es sich aber bezüglich der angeprangerten Skandale? Den meisten Misskredit bringt dem Portal sein – mindestens auf den ersten Blick – undurchschaubares Werbemodell ein.

 

Werben auf Facebook

Auch bezüglich der Werbung will Zuckerberg die Menschen in den Mittelpunkt stellen: Facebook wolle es ermöglichen, dass jeder genau die Werbung zu sehen bekommt, die sie oder ihn interessiert. In diesem Kontext sammelt Facebook auch Daten seiner Nutzer zu Werbezwecken. Solche Informationen seien aber auch für die Sicherheit wichtig. So könnten zum Beispiel mit Hilfe personenbezogener Daten Betrugsfälle und Identitätsdiebstähle aufgedeckt werden.

Mark Zuckerberg bei einer Keynote 2018

Mark Zuckerberg bei einer Keynote 2018, Foto: Anthony Quintano, CC-BY-SA 2.0

 

Das Portal des „kleinen Mannes“

Ein großer Vorteil der Facebook-Werbung, betont Zuckerberg, sei, dass insbesondere kleine Unternehmen die Möglichkeit bekämen, professionell für ihre Produkte zu werben. Der Gründer sieht sich so als Förderer von Start-Ups und alteingesessenen Kleinbetrieben, die nie die finanziellen Möglichkeiten hätten, um etwa im Fernsehen zu werben. Auf Facebook könne sich jeder leisten, mit seinen Produkten Millionen von Menschen zu erreichen.

 

Was Zuckerberg nicht sagt

Worauf Mark Zuckerberg nicht eingeht, sind die Skandale. Zwar erwähnt er in seiner Lobrede auf Facebook als Förderer des Kleinunternehmertums, dass es ab und an die eine oder andere kritische Stimme gegeben hätte, wirklich thematisiert wird allerdings keiner der Vorfälle der letzten Monate. So hat sich durchaus die eine oder andere kritische Stimme darüber beschwert, dass sich das Analyse-Unternehmen Cambridge Analytica die Daten von über 87 Millionen Facebook-Usern beschafft hatte – offenbar eine nicht extra erwähnenswerte Kleinigkeit für den Gründer.

Und wenn es schon um Dinge geht, die Zuckerberg nicht erwähnt: In seinem Gastbeitrag beschwört er des Öfteren die absolute Freiheit, die jeder Nutzer habe. Es mag an sich richtig sein, dass jeder selbst entscheiden kann, Facebook die Verarbeitung bestimmter Daten zu verbieten – dann allerdings nimmt sich auch Facebook die Freiheit heraus, jenem Nutzer verschiedene Features einfach nicht mehr anzubieten. Auch eine Form von Konsequenz.

 

Kein Statement

Letztlich ist das Statement Zuckerbergs kein wirkliches Statement – der Facebook-Chef nimmt wenig bis keinen Bezug auf die Daten-Skandale der letzten Monate, sondern ergeht sich in den üblichen Floskeln, die wir alle zu Genüge kennen. Facebook einen Dienst erwiesen hat Zuckerberg damit nicht. Seinen Gegnern in die Hände gespielt allerdings schon eher. So verwundert es auch nicht, dass etwa Bundesjustizministerin Katarina Barley fordert, das Unternehmen international geltenden Regeln zu unterwerfen – denn auf Facebook selbst sei eben kein Verlass.

 

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