Huawei legt nach: Das Mate X – noch ein faltbares Smartphone

Huawei Mate X - noch ein faltbares Smartphone

Nachdem Samsung Ende Februar auf dem hauseigenen Unpacked-Event in San Francisco die Öffentlichkeit mit der Ankündigung eines faltbaren Smartphones überraschte, scheint die Konkurrenz schon länger in ähnliche Richtungen zu denken – zumindest zum Teil. Huawei, den Branchenriesen Samsung und Apple immer dichter auf den Fersen, kündigte nun das Mate X an und hat damit ein eigenes faltbares Smartphone im Programm. Wer hätte es gedacht?

 

Mate X – Falt-Phone ist nicht gleich Falt-Phone

Sowohl Samsungs Galaxy Fold als auch das neue Modell von Huawei bringen zwei Displays mit, die sich in aufgeklapptem Zustand kombinieren lassen. Das Galaxy Fold ermöglicht es dem Nutzer, die Displays nach vorn zusammenzuklappen – die nun innen liegenden Bildschirme werden deaktiviert, dafür springt auf der Vorderseite ein neuer an. Huaweis Mate X dagegen orientiert sich genau andersherum: Die Displays werden nach außen geknickt, das nun oben liegende bleibt aktiv, das auf der Unterseite wird deaktiviert.

Beide Geräte bringen übrigens zwei Akkus mit – die zusätzliche Power wird aber auch nötig sein, schließlich will die vergrößerte Displayfläche auch beleuchtet werden. Ob die gebotene Leistung ausreicht, oder ob eine geringe Laufzeit zu Unwillen bei den Nutzern führen wird, bleibt abzuwarten.

 

Das Mate X als 5G-Innovation

Das Mate X soll aber nicht nur Samsungs Klapp-Smartphone Konkurrenz machen, sondern ebenso innovativ im Bereich 5G sein: Huawei verspricht bis zu zehnmal schnelleres Internet als mit herkömmlichem LTE. Auch hier gilt: abwarten.

Huawei ist im Übrigen einer der größten Ausrüster im Aufbau des neuen Mobilfunkstandards. Der Konzern hält etwa 80 % aller Patente, die mit 5G zu tun haben, und ist den Konkurrenten Nokia und Ericsson technisch gesehen etwa zwei Jahre voraus – davon gehen zumindest Schätzungen aus. In letzter Zeit wurde allerdings vermehrt Kritik am Vorgehen des Unternehmens laut: So warnen Experten vor eventuellen Sicherheitsproblemen. Huawei könnte seine Stellung etwa nutzen, um Nutzerdaten zu speichern und weiterzugeben. Bislang bleibt es allerdings bei mehr oder minder begründeten Vorwürfen – Beweise fehlen und dürften auch schwierig zu beschaffen sein.

 

Und Apple?

Etwaigen Sicherheitsbedenken hinsichtlich des chinesischen Konzerns zum Trotz bleibt eine Frage: Wenn sowohl Samsung als auch Huawei faltbare Smartphones vorgestellt haben, was macht eigentlich Apple? Die Verantwortlichen dort wurden entweder vollkommen von der Konkurrenz überrascht – oder halten das Modell Smartphone zum Falten für schlicht nicht zukunftsfähig. So oder so, bislang fehlt die Ankündigung eines vergleichbaren Geräts der Kalifornier, wenngleich findige Designer online schon entsprechende Ideen verbreitet haben. Die Gerüchteküche brodelt jedenfalls, und – wer weiß – vielleicht bringt spätestens Apples eigene Entwicklerkonferenz, die WWDC, im Juni Klarheit.

 

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