Reisezeit 8: Endlich unterwegs – Abschied vom Weingut und per Boot auf den Shotover River

Rafting auf dem Shotover River

Unsere Media Store-Autorin Ronja Kassebaum reist mit einer Freundin für ein halbes Jahr kreuz und quer durch Neuseeland. Im Gepäck: Tablet und Smartphone. In unserer Artikelreihe „Reisezeit“ berichtet sie von ihren Erfahrungen. Ob in der Stadt, im Gebirge oder am Meer – Ronja hat Reisetipps, App-Empfehlungen und die wichtigsten Dos und Don’ts für uns.

 

Abschied vom Weingut

Unsere fünfte und zum Glück letzte Woche auf dem Weingut bricht an. Rückblickend ging die Zeit schneller vorbei, als es sich von Woche zu Woche anfühlte. Wir hatten echt Glück mit unseren Arbeitgebern, da sie immer versucht haben, neue Aufgaben mit einzubringen. Ein Highlight war, dass wir ein neues Weinfeld mit insgesamt 10.000 Weinpflanzen aufgebaut haben. Dazu zählte die Drähte anzubringen, Wasserleitungen an den Drähten zu befestigen, die von einer Maschine vorgefertigten Löcher nachzubessern, Saat in diese Löcher zu schütten und schließlich die eigentlichen Weinpflanzen einzupflanzen. Dieser Prozess war sehr anstrengend, aber: Später können unsere Enkel sich dieses Weinfeld anschauen – eine ziemlich coole Vorstellung, oder?

Abschied vom Weingut - auf zum Shotover River!

Wir kehren dem Weingut den Rücken – weiter geht es mit dem Van!

 

Auf der Nevis Road

Während der letzten Arbeitswoche hatte die Vermieterin Annemarie Geburtstag und Jasmin und ich backten ihr einen Kuchen und planten die Überraschung heimlich mit ihrem Ehemann. Sie hat sich sehr gefreut und mit dieser Geste nicht gerechnet. Überraschenderweise hat der Kuchen sogar gut geschmeckt – war aber auch eine Backmischung. Zum Wochenende machten wir mit den beiden noch einen letzten Ausflug. Es ging zur höchsten Schotterstraße Neuseelands, der Nevis Road. Der Vermieter Kerry fuhr einen 4×4 und nutzte die Möglichkeiten dieses Autos aus, indem er nicht auf der Schotterstraße fuhr, sondern lieber neben der Straße. So lag das Auto in Schräglage und hatte überraschenderweise keine Probleme, wieder auf die Straße zu kommen. Die Nevis Road ist lang und am höchsten Punkt war es zwar unfassbar kalt, aber wir hatten eine spektakuläre Aussicht über die umliegenden Bergketten. Wir fuhren bis ins Tal hinab und konnten einer Familie dabei zusehen, wie sie auf ihrer Farm arbeitete. Wahrscheinlich verkaufen sie Schafe und Kühe. Um diese Farm herum war nichts außer grünem Weideland. Genau diese Beschreibung trifft übrigens auf das „wahre“ Neuseeland abseits der Touristenströme zu: schlicht, einfach und landschaftlich wunderschön.

 

Events buchen mit Bookme

Am Montag war unser letzter Tag in Cromwell und es ging für uns wieder einmal nach Queenstown. Wir hatten über die App Bookme eine Jetboat-Tour für den Shotover River gebucht. Mit dieser Anwendung kann man Last Minute-Tickets für verschiedenste Aktivitäten vergünstigt buchen. Das heißt, die besten Deals werden einige Tage vor der Tour angezeigt, da der Veranstalter die noch verfügbaren Plätze füllen möchte. Es werden in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Aktivitäten angezeigt und ich kann es jedem empfehlen, über die App ein wenig Geld zu sparen. Über fünf Touren haben wir damit schon gebucht und es hat immer reibungslos funktioniert.

Events buchen mit Bookme - zum Beispiel Rafting auf dem Shotover River

Bookme – Events in Neuseeland buchen. Quelle: Screenshot Bookme, Website

 

Auf dem Shotover River

Der Shotover River ist bekannt für seine enge Felsenschlucht. Auch unsere Vermieter meinten, dass wir diese Tour unbedingt ausprobieren sollten. Leider konnten wir nicht wirklich einschätzen, dass es am 20.11.2018 von den Temperaturen her an die Nullgrenze in Queenstown gehen sollte. Nach dem Verlassen von Cromwell ging es nach Queenstown, wo wir uns nachts an ein Freedom Camp am Lake Wakatipu stellten. Durch Joggen versuchten wir uns ein wenig aufzuwärmen, da alles kalt war und man auch im kalten Auto schlafen würde.

Relativ früh am nächsten Morgen ging es wieder in die Stadt und wir standen pünktlich mit so ziemlich allen warmen Anziehsachen, die wir besaßen, am Fähranleger. Der Anbieter war KJet und sie stellten uns Sonnenbrillen und einen Regenmantel. Ungefähr sechs weitere Passagiere saßen auf dem Jetboat und unser Guide erklärte uns die Sicherheitsvorkehrungen. Dann ging es los – das Boot beschleunigte auf 80 km/h! Es war bitterkalt. Die Außentemperatur betrug vielleicht fünf Grad und dazu kam auf dem Wasser noch der scharfe Wind. Anfangs dachte ich, mein Gehirn würde einfrieren, da sich mein Kopf so schnell nicht an die Kälte gewöhnen konnte. Irgendwann ging es dann und der Fahrer begann, scharf am Gebüsch vorbeizufahren und machte einige Drehungen, die er allerdings vorher ankündigte, da man sich festhalten sollte, um nicht aus dem Boot zu fallen.

Wir warteten die ganze Zeit darauf, in den Shotover River zu fahren, aber er erklärte uns dann, dass es nur kurz auf den Fluss gehen würde. Bei diesem Abstecher sahen wir keine einzige Felsenschlucht oder ähnliches. Dementsprechend war ich sehr enttäuscht von der Fahrt, da ich mir etwas anderes vorgestellt hatte. Die Schuld lässt sich allerdings nur auf unsere mangelnde Recherche schieben: Die Tour an sich wurde von einigen Websites zu der zweitbesten Jetboat-Tour Neuseelands gekürt.

Nach dem sicheren Ankommen am Anleger suchten wir das erste Café in der Nähe auf, um uns aufzuwärmen. Queenstown hatten wir bereits einige Male gesehen und so fuhren wir direkt nach Wanaka weiter.

 

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