Auf dem digitalen Flohmarkt: der Facebook Marketplace

Facebook Marketplace - Flohmarkt digital

Gebrauchte Sachen zu verkaufen, ist eine praktische Sache. Alter Kram, den wir sowieso seit Jahren nicht mehr angesehen haben, können wir dort für ein paar Euro wieder loswerden. Und das Beste daran: Die neuen Besitzer freuen sich oft riesig über etwas, das wir nicht mehr brauchen. Auf Flohmärkten lässt es sich also Geld verdienen, Menschen glücklich machen und natürlich die Umwelt schonen – denn wir produzieren keinen Müll, indem wir Überflüssiges entsorgen.

Einen großen Nachteil hat ein herkömmlicher Flohmarkt allerdings: Kaufen wir etwas Sperriges, bekommen wir leicht ein Transportproblem. Online sieht das Ganze dann schon anders aus – der Verkäufer sendet die Ware einfach per Post. Auf Portalen wie eBay Kleinanzeigen oder Kleiderkreisel können wir gebrauchte Dinge verkaufen. Bereits seit einiger Zeit bietet auch Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk einen digitalen Flohmarkt an: den Facebook Marketplace.

 

Verkaufen auf Facebook

Das Grundprinzip des Marketplace ist eigentlich genau dasselbe, wie das der Konkurrenz von eBay: Jeder, der möchte, kann hier Gebrauchtes feilbieten. Den Preis legt er oder sie selber fest. Potentielle Käufer durchstöbern das Angebot nach interessanten Treffern und können bei Bedarf Kontakt zum Anbieter aufnehmen. Einzige Voraussetzung: Der Nutzer muss bei Facebook registriert sein. Befreundet zu sein, ist für Käufer und Verkäufer allerdings kein Muss – diesbezüglich lässt das Netzwerk freie Hand.

Der Facebook Marketplace, hier die Kategorie "Elektronik".

Der Facebook Marketplace, hier die Kategorie „Elektronik“. Quelle: Screenshot Facebook

 

Das Angebot filtern

Wer sich bei eBay auskennt, dürfte keine großen Probleme haben, sich auf dem Facebook Marketplace zu Recht zu finden. Der Aufbau beider Portale ähnelt sich sehr: Benutzer haben die Möglichkeit, sich verschiedene Kategorien anzeigen zu lassen – sind wir also auf der Suche nach einem neuen Auto, wählen wir einfach die Kategorie Fahrzeuge aus. Haben wir uns einmal für eine Kategorie entschieden, können wir noch weiter filtern und grenzen so die Treffer immer weiter ein.

Eine weitere Möglichkeit, das Angebot einzugrenzen, bietet die Umkreissuche. Haben wir Facebook – etwa per App – Zugriff auf unseren Standort gegeben, ist bereits unser aktueller Ort eingestellt. Andernfalls können wir die Information selbst nachtragen. Das Portal zeigt uns dann nur Treffer im Umkreis von maximal 100 Kilometern um unseren Standort an.
Schlussendlich haben wir natürlich noch die Möglichkeit, über den Preis unseren Filter zu setzen – wir können Mindest- und Maximalgrenzen festlegen, oder uns nur kostenfreie Angebote anzeigen lassen.

 

Facebook Marketplace: ein bekanntes Problem

Ähnlich wie die Konkurrenz, hat allerdings auch der Facebook Marketplace mit teils ziemlich unseriösen Angeboten zu kämpfen. Das ist eben der Nachteil, wenn wirklich jeder Facebook-Nutzer hier verkaufen kann.

Haben wir es nun lediglich mit einem etwas seltsamen Händler zu tun, ist das vielleicht ärgerlich, aber in den meisten Fällen nicht weiter schlimm. Wirklich bedenklich wird es allerdings, wenn auf dem Facebook Marketplace verfassungsfeindliche Symbole vertrieben werden. In letzter Zeit wurde vermehrt Kritik laut, das soziale Netzwerk prüfe nicht genau genug, wer eigentlich auf dem Marktplatz aktiv ist. So heißt es etwa, auf dem Portal wurden NS-Devotionalien vertrieben – und das ist in Deutschland verboten; es sei denn, es geht um akademische oder didaktische Zwecke.
Facebook steht hier also vor einem Problem: Bereits vor Jahren hat das Netzwerk – sinnvollerweise – ethische Richtlinien festgelegt. Hass und Rassismus werden nicht toleriert – fallen entsprechende Posts auf, werden sie gelöscht, dem Urheber droht eine Sperrung. Nur: Wie geht Facebook mit Händlern um, die verfassungsfeindliches Material über den Marketplace vertreiben? Auch hier muss es Kontrollen geben, auch hier sollten Verstöße gegen Werte und Normen geahndet werden – auch strafrechtlich.

 

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